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Der Horneburger Hafen
Die 50 bis
70 t goßen Ewer, die mit der Flut mehrmals wöchentlich
die Lühe heraufkamen, brachten Getreide für die Mühle
Sierke am Marschdamm. Für die Durchfahrt unter der Lühebrücke
waren oft nur 5 cm unter dem Kiel oder über den umgelegten
Masten frei. Oft reichte die Durchfahrtshöhe aber auch trotz
aller Bemühungen nicht aus; dann wurden - auch nachts - Friedel
und Herbert Bösch mit ihren Eltern und auch Heinrich Hartmann
herausgetrommelt, um das Schiff unter der Brücke "durchzudrücken",
d.h., sie sprangen auf das Schiff und drückten mit ihren Buckeln
gegen die Träger der Brücke das Schiff Meter für
Meter unter der Brücke durch.
Auf der Rückfahrt
nahmen die Ewer Kartoffeln von der Geest mit. Die Pferdefuhrwerke
aus dem Harsefelder Raum mit Kartoffeln
standen vor der Verladung oft in langer Schlange auf dem Marschdamm.
Es wurden
im Horneburger Hafen auch Ziegelsteine aus Kehdingen gelöscht
und mit Pferdefuhrwerken zu den einzelnen Baustellen in Horneburg
gefahren. So ist das Pastorenhaus in der Issendorfer
Straße als eines der letzten Häuser mit solchen Ziegelsteinen
gebaut worden. Für die Rückfahrt lud man Feldsteine
für den Deichbau an der Elbe. Vor der Verladung wurden sie
am Hafen zerkleinert. Die Karren hatten hinten eine Rolle, damit
man die zu schweren Steine auf den Steg rollen und dann ins Schiff
kippen konnte.
Als Ende
der zwanziger Jahre die Lastkraftwagen den Schiffen immer mehr
Konkurenz machten, wurde die Schiffahrt im Horne-burger
Hafen um 1930 eingestellt.
(nach den Erinnerungen unseres Ehrenmitgliedes Friedel Bösch)

Die ersten Jahre
Über die Gründung des Schützenvereins Horneburg
gibt es leider keine schriftlichen Überlieferungen mehr. Wir
besitzen jedoch noch Schützenfest-Plakate aus den Jahren 1857,
1865 und 1869, die uns viel aus den ersten Jahren der Vereinsgeschichte
erzählen.
Im Frühling des Jahres 1856 wird der Horneburger Kaufmann
H.M. Martinius vom Marschdamm zusammen mit einigen Freunden an
einem Sonntagvormittag im Zweispänner nach Stade kutschiert
sein, um dort dem Übungsschießen der Stader Schützen
zuzusehen. Vielleicht hatten sie auch schon im Jahr zuvor beim
zweiten Stader Schützenfest mitgefeiert. Was sie in Stade
erlebten, muß sie stark beeindruckt haben; denn als sie gegen
Aben durch das Alte Land wieder nach Hause gefahren waren und die
Pferde versorgt hatten, setz-ten sie sich in "Herrn Hartmann´s
Local" an der Lühebrücke zusammen, um alles noch
einmal zu überdenken. An einem solchen Abend muß die "Horneburger
Schützen Gesellschaft" gegründet worden sein.
Beim "Chaussee-Einnehmer
G. Domeier in der Nähe des
Daudieker Holzes" hat in der ersten Jahren das "Horneburger
Vogel- und Scheibenschießen" stattgefunden. Geschossen
wurde mit Vorderladern, die etwa 15 Pfund wogen. Da freihand geschossen
wurde, bedeutete das Schießen eine große Kraftanstrengung.
Der Schießstand, der hinter mächtigen Buchen des jetzigen
Gasthauses "Waidmannsruh" versteckt lag, bot aber wohl
bald nicht mehr die erforderliche Sicherheit, so dass er um 1865
in das Eichenholz verlegt werden musste. Gemeint ist damit das
Krähenholz westlich der heutigen Bundesstraße 73.
Vierzig
Jahre lang sind dort beim Guts-pächter H. Wohlers
die Horneburger Schützenfeste gefeiert worden. 1969 wurde
Theo Schering mit 19 Jahren der jüngste Schützenkönig
der Vereinsgeschichte. Er muss sein Schützenvolk gut
regiert haben, denn neun Jahre später errang er erneut die
Königswürde.
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Lange Straße
vor 100 Jahren.
Bei "Stechmann´s Gasthof" war
die Haltestelle
des Pferde-Omnibusses nach Steinkirchen. 
Horneburger
Hafen um 1910.
Im Hintergrund in der Mitte steht dasGasthaus "Felsenkeller" -
im vorigen
Jahrhundert "Hartmanns Local" - in dem
der Schützenverein Horneburg
gegründet wurde. 
Motorbootfahrt Horneburg - Lühe
Bis kurz vor dem 1. Weltkrieg gab es täglich
Fährverkehr zwischen Horneburg und der
Lühemündung an der Elbe.  
An der Bahnlinie, 1898
"Schenkwirtschaft u. Handlung von Kunstdünger
und Steinkohlen G. Engelke". Der Weg links ist die
.heutige Wilhelmstraße,
rechts die Issendorfer Straße. 
Marschdamm vor 100 Jahren 
Der Festzug des Schützenfestes 1908 marschiert
gerade vom Großen Sande in die Lange Straße. 
Schützenfest 1910 auf dem Festplatz "Im Kühlen
Grunde" 
Festzug des letzten Schützenfestes
1914 vor dem
1. Weltkrieg. Die Horneburger Schützen marschieren gerade in
der Langen Straße am Haus des Bäcker- meisters von Bargen
vorbei. Sie wollten es dem "Schwarzen Rott" des Nachbarvereins
Buxtehude
gleichtun und trugen ein einziges Mal in der Vereinsgeschichte Gehrock
und Zylinder. 
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Der
neue Schießstand
Als um 1880
die Vorderladergewehre durch die Hinterlader ersetzt wurden und
sich damit die Tragweite und die Durchschlagskraft
der Geschosse erhöhte, war der Schießstand im Krähenholz
nicht mehr sicher genug, und der Besitzer des Holzes, Herr Arp
von Düring, mußte seine Genehmigung für den Schießstand
und den Festplatz kurz nach der Jahrhunderwende zurückziehen.
Darauf stellte der Wirt des "Kühlen Grundes", Herr
Fritz Krämer, dem Verein das Teichgelände hinter seinem
Hause als Schießstand zur Verfügung.
Der Zimmermeister
Hinrich Gooßen erbaute zum Preis von 1.614
Mark fünf Schießstände zu je 140 Meter und einen
Vogelstand. Im Protokoll heißt es weiter: "Ferner
wurde beschlossen den Schützenverein im Vereinsregister
eintragen zu lassen. Und wird dem Vorstand mit der Commission zusammen
auferlegt, die Sache weiter zu veranlassen. C. Dronia, H. Leue
Schriftführer, H. Meldau, F. Grimm, G. Engelke." Damit
erhielt der Verein wohl seinen endgültigen heutigen Namen.
Die gerichtliche Eintragung erfolgte jedoch erst um 1924. Seit
1895 konnten die Schützenbrüder mit ihren Damen nach
dem Fest "erleuchtet" nach Hause gehen; denn seit 1895
hatte Horneburg ein eigenes Elektrizitätswerk. Es stand beim
Haus "Melzer" in der Langen Straße.
Der Antrag
Am 13. August
1905 stellte der Schützenbruder W. Bröcker
den Antrag, "ob es nicht angebracht sei, beim Ortsausschuß den
Antrag zu stellen, dass der jeweilige Schützenkönig
von den Gemeinden Lasten befreit zu sein, und wird durch Stimmenmehrheit
beschlossen, den Antrag zu stellen."
Trotz emsigen Suchens in den Akten der folgenden Jahre konnte
der Chronist nicht ermitteln. wie der Fleckensvorsteher den Antrag
aufgenommen hat. Wir müssen jedoch annehmen, dass die Schützenkönige
brav weiter ihre Steuern bezahlen mussten, wie es nachweislich
leider bis zum heutigen Tag geblieben ist. Im Jahre 1909 sah man
sich sogar gezwungen, den Vierteljahresbeitrag von einer Mark auf
eine Mark und fünfzig Pfennig zu erhöhen, damit in jedem
Jahr ein Schützenfest gefeiert werden konnte.
Das
50. Jubiläum
Das 50. Jubiläumsschützenfest
am 8. und 9. Juli 1906 fand bereits auf dem neuen Schießstand
und Festplatz im "Kühlen
Grunde" statt. Es wurden dazu die Nachbarvereine Buxtehude,
Stade, Altkloster, Harsefeld, Bremervörde, Moisburg, Hollenstedt,
Elsdorf, Estebrügge, Himmelpforten und Zeven eingeladen. Über
den Verlauf des Jubiläumsfestes sind leider keine Aufzeichnungen
mehr vorhanden. Es war das Jahr, in dem man in Horneburg das
erste von den Brüdern Fritz und Theo Reuter erworbene Automobil
bestaunen konnte.
Unser Ehrenmitglied
Wilhelm Klug berichtet, dass der Horneburger Schützenverein
von jeher enge freundschaftliche Verbindungen zu den Nachbarvereinen
hatte. Zum Schützenfest sammelten sich
die auswärtigen Gäste, die mit Pferdefuhrwerken angereist
waren, jeweils in den verschiedenen Gastwirtschaften an den Ortseingängen.
Nachdem die Pferde versorgt waren, ist es an diesen Treffpunkten
beim Erzählen der Neuigkeiten sicher stets recht fröhlich
zugegangen, bis man schließlich beschwingt zum Festumzug
aufbrach.

Die Vereinsfahne
Im Januar 1910
beschloß der Verein die Anschaffung einer
Vereinsfahne. Am 13. Februar 1910 konnte der Vorsitzende der
Generalversammlung bereits mitteilen, dass durch Spenden "bis
Dato ein Betrag von M 406,25 zur Anschaffung einer Fahne zur
Verfügung stehen. Die Versammlung beschließt eine
neue Zeichnung von der Firma Reincke, Hannover einzufordern und
bleibt
dem Vorstande das Weitere überlassen. Der Preis für
die Fahne ist auf M 250,- festgesetzt."
Die Fahne besitzt
der Verein heute noch. Sie war jedoch im Laufe von sieben Jahrzehnten
arg zerschlissen und wurde 1979 durch Spenden
der Schützenschwestern und Schützenbrüder von
Fräulein
Wilhelmine Fitschen, Horneburg, in monatelanger Arbeit restauriert.

Abstimmung
Über die
Durchführung eines Schützenfestes wurde
Damals in jedem Jahr neu abgestimmt, und über die Ausschreibung
und Besetzung für die Musik erhitzten sich bereits vor einhundert
Jahren die Köpfe. Auch der Ablauf der Schützenfeste war
unter-schiedlich. So heißt es zum Beispiel 1912:
"Die Versammlung beschließt in diesem Jahr ein Schützenfest
wiederzufeiern und zwar an dem festgesetzten Termin. Der Verein
pachtet für die beiden Schützenfesttage, vorläufig
versuchsweise auf ein Jahr von Herrn Kremer den Festplatz außer
dem Platz vor seinem Hause für M 150,-. Der Verein hat das
Recht sämtliche Schau- und Kuchenbuden zu vermieten und dafür
die Platzmiete einzunehmen. Ebenso verpachtet der Verein die Festzelte."
1913 wird die Musik "Herrn Joh. Leue, hier, für M 220,- übertragen."

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