oder
aus Uerdingen:
" Unser Verein ruht schon die ganzen Jahre wegen der Besatzung, unsere Scheibenstände
sind beschlagnahmt, so dass wir überhauüt nicht in der Lage sind, irgend
eine Veranstaltung auszuführen, wodurch wir eine Einnahme erzielen könnten."
Die meisten der vielen Antwortschreiben sind sehr ausführlich gehalten und
spiegeln ein recht eindringliches Bild über die schwierige Situation der
meisten deutschen Schützenvereine in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg wider.

Einweihung
des Schießstandes
Am 13. Juli
1924 erfolgte die Einweihung des neuen Schießstandes
mit einer Fest-rede unseres Schützenbruders Otto von Düring.
Aus diesem Anlaß schenkte er dem Verein das Gelände,
auf dem der Schießstand errichtet war, und noch die Fläche
des heutigen Schützenplatzes. Nach 68 Jahren seit seiner Gründung
hatte der Schützenverein Horneburg damit auf einer etwa 3
ha großen Fläche einen eigenen Schießstand und
einen eigenen Schützen-platz. Zum Dank für dieses hochherzige
Geschenk, das die künftige Entwicklung des Vereins entscheidend
beeinflußte, veranstalteten die Horneburger Schützen
zum Geburtstag ihres Schützenbruders Otto von Düring
am 8. August 1924 einen Fackelumzug zum Schloß am Marsch-damm
und ernannten ihn zum Ehren-Vorsitzenden.
" Durch den neuen, modernen Stand, der allen Vorschriften
des Deutschen Schützenbundes entspricht, wurde der Schießsport
im Verein wieder stark belebt. Vom April bis in den Herbst hinein
wird namentlich an den Sonntagen auf dem neuen Stand eifrig geschossen.
Um auch dem Freihandschießen zu seinem Rechte zu verhelfen,
wurde am 30. Juli 1927 die Gründung eines Freihandschießvereins
beschlossen.
Im Jahr 1927
wurde der Kreisschießverband-Stade gegründet,
der unser Verein als Mitglied beitrat. Das erste Kreisverbandsschießen
fand am 9. September 1928 hierselbst statt."
(Aus der Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum 1931)
Das Stader
Tageblatt berichtete dazu: "Wenn der Herbst naht,
beginnen auch die Ablschlußprüfungen im Schießsport;
so fand das unterelbische Freihandschießen bereits in Horneburg
statt, und ist vom Festort in anerkennenswerter Weise promt abgewickelt
worden."
 Anträge und Beschlüsse
Zum Schützenfest 1924 empfahl sich auf dem Festplatz "Heinr.
Rathjens Tanzzelt" mit großem Festball an beiden Tagen "bei
dezenter Musik".
In der Generalversammlung
am 27. März 1925 "wird angeregt,
beim Ausmarsch am Schützenfest keinen Strohhut zu tragen.
Ferner wurde über evtl. Anschaffung von Schützenjoppen
gesprochen. Es sollen die Schneidermeister sich über gleiche
Verarbeitung beraten...
Schützenbruder W. Schering stellte den Antrag, die erste
Blende um 5 cm zu erhöhen, wenn die Sicherheit es gestattet.
Vom Schützenbruder Fritz Reuter wurde der Antrag gestellt,
die Scheiben zu überdachen. Sobald die Mittel des Vereins
es erlauben, soll es die erste Aufgabe sein...
Den eifrigen
Bemühungen des Schützenbruders Klaus Merkens
ist es gelungen, von Herrn Oberförster Lüdecke vom Forstamt
Stade ca. 200 Stück Eichen- und Buchen-pflanzen als Geschenk
für den Verein zu erhalten; ihm wird hierfür der ganz
besondere Dank des Vereins ausgesprochen..."
Von nun an
wuchs der Schützenpark mit seinen mächtigen,
jetzt 56 Jahre alten Baumgruppen neben dem damals schon vorhandenen
Baumbestand heran, der in der Niederung im Südosten des Fleckens
Horneburg eine imposante Kulisse bildet. 1933 wurde die Baumpflanzung
noch einmal abgerundet, als der damalige Schützenkönig
Hinrich Witz dem Verein eine Reihe jungen Lindenbäume schenkte.
Die Baumgruppe parallel zum Schießstand wurde darum "Hinrich-Witz-Allee" getauft.
Am 22. April
1928 wurde Rudolf Löhden einstimmig als Vorsitzender
gewählt und der bisherige Vorsitzende Heinrich Meldau, der
von 1928 bis 1953 nach Nordamerika auswanderte, zum Ehrenvorsitzenden
ernannt. Beide Schützenbrüder haben sich als Vorsitzende
große Verdienste um die Entwicklung des Schützenvereins
Horneburg erworben.
1828 starb
der Ehrenvorsitzende Otto von Düring. Zu seiner
Erinnerung wird seit 1929 bei jedem Schützenfest auf der "Otto
von Düring´schen Erinnerungsscheiben" um die höchste
Ringzahl geschossen.
Bereits 1926
konnten auch die geselligen Veranstaltungen während
der Schützenfeste auf dem Schützenplatz in einer provisorischen
Schützenhalle gefeiert werden. Schützenbruder Klaus Merkens
hatte sie auf eigene Rechnung erbaut. Die Tanzfläche war 9
x 15 Meter groß. Nach jedem Schützenfest wurde die Halle
wieder abgebaut, und als man sie 1930 erstmals für das nächste
Jahr hatte stehen lassen, brannte sie im Herbst 1930 ab. Da sie
aus trockenen Kiefernbrettern bestand, war sie in wenigen Minuten
vernichtet, so dass auch die Freiwillige Feuerwehr Horneburg mit
ihrer Magrius-Motorspritze nichts mehr retten konnte.
 Die neue Festhalle
Aber der unermüdliche und uneigennützige Schützenbruder
Klaus Merkens hatte schnell Pläne für die Erbauung einer
neuen Festhalle mit massivem Sockel. In der Urkunde über die
Errichtung der Festhalle heißt es u.a.:
"Frau K. Merkens baut auf dem, dem Schützenverein Horneburg
gehörendem Grund-stück in Hopfenhöfen eine Festhalle
im Wert von circa RM 12.000,- fix und fertig mit Beleuchtungsanlage
und genügend großem Feuerherd...
Frau Merkens verpachtet dem Schützenverein diese Halle zunächst
auf 10 Jahre, und zwar bis zum 1. Januar 1941 zum jährlichen
Pachtzins von RM 450,-. Für Lichtanlage und Feuerherd kommen
jährlich 150,- M hinzu, also insgesamt RM 600,-. Der Schützenverein
gibt zum Bau der Halle Frau K. Merkens ein Darlehn von 8.000,-
RM."
Anläßlich des 75jährigen Jubiläumsschützenfestes
war die Einweihung der neuen Festhalle. Viele auswärtige Schützen
kamen, um dem Horneburger Schützenverein zu seinem 75. Geburtstag
zu gratulieren. Leider wurde der Festzug am 1. Festtag durch einen
schweren Gewitterregen gestört. Am 13. Juli wurde im Schützenpark
nach Ein-tritt der Dunkelheit ein "Großes Prachtfeuerwerk" entzündet.
Die Jubiläumsmajestäten
waren:
Wilhelm Merkens II, Schützenkönig
Hermann Saul, Vogelkönig
Gerd Heinssen, Jungschützenkönig
Karl Walther, Jungschützenvogelkönig
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