Über die Gründung des Schützenvereins Horneburg
u. Umg. von 1856 e.V. gibt es leider keine schriftlichen Überlieferungen
mehr. Wir besitzen jedoch noch Schützenfest-Plakate aus den
Jahren 1857, 1865 und 1869, die uns viel aus den ersten Jahren
der Vereinsgeschichte erzählen.
Im Frühling des Jahres 1856 wird der Horneburger Kaufmann
H. M. Martinius vom Marschdamm zusammen mit einigen Freunden an
einem Sonntagvormittag nach Stade kutschiert sein, um dort dem Übungsschießen
der Stader Schützen zuzusehen. Vielleicht hatten sie auch
schon im Jahre zuvor beim zweiten Stader Schützenfest mitgefeiert.
Was sie in Stade erlebten, muss sie stark beeindruckt haben; denn
als sie gegen Abend durch das Alte Land wieder nach Hause gefahren
waren, setzten sie sich in "Herrn Hartmanns Local" an
der Lühebrücke zusammen, um alles noch einmal zu überdenken.
An einem solchen Abend muss die "Horneburger Schützen
Gesellschaft" gegründet worden sein.
Geschossen wurde in den ersten Jahren mit Vorderladern die etwa
15 Pfund wogen. Der Schießstand, der hinter mächtigen
Buchen des "Gasthauses Waidmannsruh" versteckt lag,
bot bald nicht mehr genügend Sicherheit, so dass er um 1865
in das Eichholz verlegt werden musste. Gemeint ist damit das Krähenholz
westlich der heutigen Bundesstraße 73. Vierzig Jahre lang
sind dort beim Gutspächter H. Wohlers die Horneburger Schützenfeste
gefeiert worden. 1869 wurde Theo Schering mit 19 Jahren der jüngste
Schützenkönig der Vereins-geschichte.
Als um 1880 die Vorderladergewehre durch die Hinterlader ersetzt
wurden und sich damit die Tragweite und die Durchschlagskraft der
Geschosse erhöhten, musste der Besitzer des Holzes, Herr Arp
von Düring, seine Genehmigung kurz nach der Jahrhundertwende
zurückziehen. Darauf wurde dem Verein durch den Wirt des "Kühlen
Grundes" das Teichgelände hinter seinem Haus als Schießstand
zur Verfügung gestellt.
Durch den Zimmermeister
Hinrich Gooßen wurden hier fünf
Schießstände zu je 140 Meter und ein Vogelstand zum
Preis von 1.614 Mark erbaut, Wo am 8. und 9. Juli 1906 das 50.
Jubiläumsschützenfest gefeiert wurde.
Auf dem Wiesengelände
im Bullenbruch, das dem Schützenverein
durch den Herrn Rittmeister Otto von Düring zu Verfügung
gestellt wurde konnte 1924 erstmals auf dem heutigen Gelände
ein Schießstand errichtet werden. Am 13. Juli 1924 erfolgte
die Einweihung des neuen Schießstandes mit einer Festrede
unseres Schützenbruders Rittmeister Otto von Düring.
Aus diesem Anlass schenkte er dem Schützenverein das Gelände
auf dem der Schießstand errichtet war, und noch die Fläche
des heutigen Schützenplatzes. Zum Dank für dieses hochherzige
Geschenk, das die künftige Entwicklung des Vereines entscheidend
beeinflusste, veranstalteten die Horneburger Schützen zum
Geburtstag ihres Schützenbruders Otto von Düring am 8.
August 1924 einen Fackelumzug zum Schloss am Marschdamm und ernannten
ihn zum Ehren-Vorsitzenden.